Warum eCommerce Projekte oft scheitern

Warum eCommerce Projekte oft scheitern

Die Top 5 Platzhirsche machen den Markt unter sich aus

Ein weit verbreiteter Glaube ist es, dass man durch den Aufbau eines eigenen Onlineshops automatisch einen Anteil am Markt bekommt – dem ist nicht so. Die Onlineshops, die auf der Google Suchseite oben gelistet sind, besitzen fast den gesamten Markt. Wer es bei Google nicht unter die obersten Treffer schafft bekommt praktisch keine Besucher. Der Grund dafür ist, dass fast kein Kunde auf die zweite Seite von Google geht.

Überschätzen von SEO

SEO steht für Search-Engine-Optimization – zu Deutsch „Suchmaschinenoptimierung“. Im Wesentlichen werden Webseiten inhaltlich für die Suche optimiert. Suchmaschinenoptimierung ist im Wesentlichen der Prozess eine Website inhaltlich für die Suchmaschine zu optimieren.

In den Anfangsjahren des Internets konnte man mit Hilfe von SEO seine Mitbewerber deutlich hinter sich lassen. Suchmaschinen haben zur damaligen Zeit Webseiten ausschließlich anhand ihres Inhaltes bewertet. So konnte man einfach häufiger das zu bewerbende Schlüsselwort in den Text schreiben und wurde dadurch von der Suchmaschine für dieses Wort höher gewertet.

Da man Suchmaschinen damals derart leicht betrügen konnte, waren die Ergebnisse entsprechend katastrophal. Man musste manchmal bis zur 10ten oder in seltenen Fällen gar der 20ten Ergebnisseite durchklicken um die gewünschte Seite zu finden.

Heute ist das gänzlich anders, Suchmaschinen lassen sich nicht mehr betrügen.

Hier exemplarisch drei Strategien die Suchmaschinen heutzutage Anwenden um eine Website betrugssicher zu bewerten:

  • Suchmaschinen schauen sich die Verlinkungen im Internet an um zu bestimmen wie populär eine Website ist.

    • Eine populäre Website wird von vielen anderen Webseiten verlinkt
    • Eine sehr populäre Website wird auch von anderen populären Webseiten verlinkt
    • Eine sehr populäre Website wird gut sichtbar verlinkt

    Wenn bspw. die Seite www.tagesschau.de auf der Mitte einen einzigen Link gut sichtbar präsentiert, dann wird die Website hinter dem Link extrem wichtig sein.

  • Suchmaschinen analysieren das Benutzerverhalten, sie wollen ermitteln, was passiert, wenn Suchende eine Website aufrufen. Dabei haben sie mehrere Möglichkeiten:

    • Sie schauen, ob der Suchende anschließend noch weitere Webseiten aus dem Suchergebnis aufruft, bzw. seine Suche verfeinert. Ist das der Fall, so muss die Website für den Suchenden uninteressant gewesen sein.
    • Suchmaschinen können weitere Datenquellen anzapfen. Wenn z.B. eine Website Google Analytics einsetzt, so erfährt Google die exakte Verweildauer von Benutzern auf der Website.
  • Einer der obersten Werte für Google ist Vertrauen. Je länger eine Website zuverlässig erreichbar ist, desto eher platziert Google diese Website weit oben. Anders ausgedrückt: Für Google sind neue Webseiten ein Risiko. Die neue Website kann morgen schon wieder verschwunden sein oder sich inhaltlich geändert haben. Google scheut das Risiko und setzt lieber auf die inhaltlich ähnlichen älteren Webseiten, die sich bewährt haben.

Das waren jetzt exemplarisch drei Mechanismen wie Google Seiten bewertet und die zeigen, dass sich Googleergebnisse durch SEO-Tricks nicht mehr verfälschen lassen.

Daher ist SEO immer nur eine reine Optimierungsmaßnahme, mehr aber auch nicht.

Die SEO-Industrie sieht das natürlich anders, für sie ist SEO-Optimierung leicht verdientes Geld.

Die Konkurrenten bei Google zu übertrumpfen ist extrem teuer

Wer die konkurrierenden Onlineshops hinter sich lassen möchte hat es sehr schwer, wenn diese bereits am Markt gefestigt sind.

Durch ihr sicheres Ranking bei Google und der kaum wirksamen SEO-Optimierungsmöglichkeiten kommt man bei Google nur an, wenn man deutlich mehr Geld zur Verfügung hat als die konkurrierenden Onlineshops auf dem Markt. Die eigene Website muss deutlich besser optimiert sein als die Onlineshops der Mitbewerber bis Google bereit ist den eigenen Shop im Ranking nach oben zu schieben. Dieser Prozess wird viel Zeit benötigen.

Als Alternative gibt es natürlich die Möglichkeit über den Preis zu gehen und über Preissuchmaschinen als der günstigste Anbieter die preisbewussten Käufer zu erreichen. Aber dieser Weg ist finanziell oft nicht erstrebenswert.

Der Ausweg aus dieser Situation ist durch kluge Lösungen anders an die Zielgruppe heran zu treten oder gar neue Zielgruppen zu erschließen. Man nennt dies auch eine „Blue Ocean Strategie“.

Optik wird überschätzt

Ein interessantes Phänomen habe ich bei einigen Onlineshop Relaunches beobachtet:

Der aktualisierte Onlineshop mit besserem – teils gravierend besserem – Design macht weniger Umsatz als der alte. Wie kann das sein? Darüber lässt sich nur spekulieren.

Vielleicht wirkt das neue Design abschreckend auf Bestandskunden, oder durch das neue Design wirkt der Onlineshop wertiger und damit teurer?

In jedem Fall zeigt es, dass Design nicht mit den Verkaufszahlen korreliert.

Dies zeigen auch zahlreiche Onlineshops, die mehr Erfolg haben als ihre besser aussehenden Mitbewerber. Dabei ist jedoch von Branche zu Branche zu unterscheiden. Je nach Branche existieren unterschiedliche Kundenerwartungen an das Aussehen.

Zu bedenken ist das tiefgreifende optische Änderungen immer eine Abweichung vom Shopsystem bedeuten und damit den Aufwand bei Shopsystem-Updates erhöhen.

Das falsche Shopsystem kann tonnenweise Entwicklungskosten verursachen

Um zwei Beispiele zu nennen:

  • Das System SAP Commerce Cloud (vormals „Hybris“ genannt) benötigt im Worst-Case bis zu knapp einer Stunde, wenn der Entwickler nur eine Zeile Quelltext ändert und die Auswirkung sehen möchte Das ist Zeit in der, der Entwickler vor dem PC sitzt und wartet. In der Regel dauert der Zeitaufwand zwischen 2 und 15 Minuten. Aber auch dieser Aufwand ist nicht tragbar wenn man dies mit PHP-basierten Shopsystem vergleicht, bei denen der Aufwand in der Regel bei 1 bis 7 Sekunden liegt.
  • Das System Shopware hat in den vergangenen Jahren viele Entwicklungskonzepte ausprobiert. Nicht nur ist dadurch ein Flickenteppich halbgarer Lösungen entstanden, sondern diese Umbauten haben viel Update-Aufwand für Shops benötigt.

Sie möchten sich beraten lassen?
Vielleicht stehen Sie vor einer schwierigen Entscheidung?
Oder Sie suchen nach dem Weg erfolgreich am Markt zu operieren.

Mit meiner langjährigen Erfahrung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

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Beratung pro Stunde 40€ zzgl. MwSt.

Geschrieben von Herbert Walde am 14.12.2019

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